Nur so kommt man wirklich an alles dran

Wie fängt man an, wenn der Anfang bereits drei Jahre zurückliegt und ein Ende nicht absehbar ist? Vermutlich am besten im Hier und Jetzt: Das Boot liegt sicher im Hafen und der Backbordmotor funktioniert. Der ist auch quasi neu, aber das ist eine andere Geschichte. Der Steuerbordmotor wurde nur gründlich überholt und hat im Moment ein Loch. Verantwortlich dafür ist ein Froststopfen, der nach dem Anlassen des Motors – direkt nach dem Einkranen – mal eben absprang und sich natürlich nicht so einfach wieder einsetzen lässt. Denn man kommt selbstverständlich nicht dran, ohne zumindest diverse Motorteile zu entfernen. Oder den Motor gleich ganz aus dem Boot zu heben. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass dieser fantastische Motor (Mercruiser 4.3 Liter, 6 Zylinder, 175 PS) natürlich nicht nur über einen Froststopfen verfügt. Es wird vermutet, dass sich der Froststopfen hinter der LiMa verabschiedet hat. Aus der Richtung spritzte jedenfalls viel Wasser in die Bilge …

JABSCO-Bilgenpumpe

Apropos Wasser in der Bilge: Da meine alte Bilgenpumpe nur noch lose am tiefsten Punkt des Motorraumes herumliegt, pumpt sie viel zu wenig Wasser ab. Einfach so festschrauben kann ich sie aber natürlich nicht, da ich leider kein Orang-Utan bin und entsprechend lange Arme mein eigen nennen kann. Ich komme da unten einfach nicht hin. Kopfüber über dem Motorraum hängend fehlen mindestens 15 cm, um die Bilgenpumpe zu erreichen. Aber da das Ding sowieso nichts taugt, erwarb ich eine neue (JABSCO). Die lässt sich nun bequem oben im Motorraum installieren und ich muss nur noch einmal zum Bilgengrund tauchen: um den Saugkorb zu montieren. Dafür habe ich mir eine (15cm-Bit-)Verlängerung für den Akkuschrauber besorgt. Wird schon klappen. Dann wird jedenfalls deutlich leistungsstärker abgesaugt und das Aufnehmen des Wassers mit Hand- und/oder Papiertüchern entfällt zukünftig. Denn es wird sich sicher nicht zum letzten Mal Wasser in der Bilge befunden haben …

Nun lässt der vorhergehende Abschnitt bereits darauf schließen, dass ich weder das Boot noch mich aufgegeben habe. Doch im ersten Moment, kurz nachdem ich die Motoren gestartet und voller Vorfreude auf die erste stressfreie Bootssaison meinen Liegeplatz ansteuern wollte und stattdessen einen Geysir erschuf, wollte ich schlagartig nicht mehr. Bootfahren. Ich hatte die Faxen dicke. Ich war nicht nur enttäuscht, sondern restlos frustriert. In diesem Moment war Dynamit für mich die beste Lösung, denn kein Mechaniker weit und breit hatte Zeit für mich. Ich fand auch Tage später keine Hilfe; nicht für Geld und gute Worte. Viele Tage vergingen, in denen ich das Boot ignorierte und mich innerlich fast schon davon verabschiedet hatte. Doch irgendwann entschloss ich mich, auch diese Saison nicht zu fahren und stattdessen all die Dinge zu erledigen, die noch getan werden wollen. Ich machte aus der Not die sprichwörtliche Tugend und wurde zum Hafenlieger.

Als nächstes werde ich berichten, was ich im Hafen liegend am und im Boot alles erledigen möchte. Und immer mal zwischendurch werde ich in einzelnen Artikeln vortragen, was mir als Bootsbesitzer (bisher) alles widerfahren ist. Und das ist so einiges …

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