„Klar Schiff“ machen

Am Freitag, den 13. Mai 2022, stand das Einkranen der Boote an. Und auch wenn viele Unken riefen, DIESER Tag sei nun wirklich ungeeignet: Freitag der 13. ist ein Tag wie jeder andere. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht.

Ich sah diesem Tag jedenfalls nicht aufgrund des Datums skeptisch entgegen: Beim Einkranen ein Jahr zuvor hatte sich ein Kernlochdeckel aus dem Gehäuse des Stb.-Motors verabschiedet und meine komplette BootFAHRsaison deshalb darin bestanden, vom Slipsteg mit dem verbleibenden Motor meinen Liegeplatz anzusteuern. Fahrstrecke: 30 Meter. Den Rest der Zeit verbrachte ich dann bis um Werkstattaufenthalt in Bad Oeynhausen wieder mal als reiner Hafenlieger. Nun also ein erneuter Versuch, den „Hafenlieger“ mal ohne Drama in den Hafen zu bekommen …

Das Einkranen klappte problemlos und nach den obligatorischen vier, fünf Versuchen (lange Standzeit!), den ersten Motor zu starten, sprang dieser auch tatsächlich an. Drei, vier weitere Versuche später gesellte sich die zweite Maschine dazu und – beide Motoren liefen. Kein Wasser spritzte aus dem Motorraum, die Maschinen gingen nicht aus und fast bin ich geneigt zu sagen: sie schnurrten. Auch nach dem Einkuppeln veränderte sich der Zustand nicht und ich schaffte die gesamte Strecke bis zu meinem Liegeplatz, also immerhin gut 30 Meter.  Sogar die Steuerbordmaschine lief konstant durch. Das gab es wirklich! noch nie. Spätestens beim Einlegen des Rückwärtsgangs hatte sich der Stb.-Motor bisher immer verabschiedet. Diesmal nicht; und sogar das Anlegemanöver (Rückwärts an den Steg) klappte auf Anhieb. So viel zu Freitag, dem 13.

Ich hatte bewusst auf eine weitere Fahrt nach dem Einkranen verzichtet, denn die erste Fahrt nach der Reparatur wollte ich ja gemeinsam mit dem Werkstattleiter aus Bad Oeynhausen machen. So waren wir verblieben und ich rief dort an, um einen Termin zu vereinbaren. Natürlich, selbstverständlich: am Samstag, nach Feierabend in der Werkstatt, kommen WIR: Werkstattleiter und Chefmechaniker. Sie kamen, wir fuhren und der „Hafenlieger“ hatte KEINE Macken. Er lief wie ein Uhrwerk, die Motoren schnurrten und ich konnte Vorwärts- und Rückwärtsschalten, ohne das ein Motor ausging. Sie hatten alles so eingestellt, das es schlicht funktionierte. Auf Anhieb. Ich habe mir wirklich ein Loch in den Bauch gefreut …

Nur Notbestuhlung …

Und das Loch konnte leider auch nicht gestopft werden, denn ich war nun der Versprechensbrecher: Kaffee und Kuchen hatte ich für die Probefahrt zugesagt und mein Versprechen nicht halten können. Es gab schlicht nichts im „Hafenlieger“, wo wir hätten Kaffee und Kuchen zu uns nehmen können. Ich hatte nur zwei Campingstühle an Bord, denn alles andere war aus- und noch nicht wieder eingebaut. Einerseits, weil der Winter wirklich unerwartet lange kalt war und in der Bootshalle bis Ende März selten mehr als fünf Grad herrschten. Andererseits, weil mir die Motivation fehlte, alles endlich so einzubauen und zu verkabeln, wie ich es mir von Anfang an vorgenommen hatte. Ich hatte wirklich nur eine Batterie angeschlossen und die Verbraucher verkabelt (nicht wirklich ordentlich), die für eine sichere Fahrt notwendig sind. Mir fehlte schlicht der Glaube, dass nun wirklich alles gut werden würde …

Selbstverständlich hatte ich die Reparatur bezahlt, sie war nicht „günstig“ und natürlich kann man dann erwarten, dass alles so funktioniert, wie es sein soll. Doch erstens hatte ich bisher immer alle Rechnungen direkt bezahlt, die auch alle nicht eben klein waren – und es hat NICHTS so funktioniert, wie es sein sollte. Zudem wusste ich vorher, was es kosten sollte und der Kostenrahmen wurde komplett eingehalten. Ferner ist es absolut nicht selbstverständlich, quasi in der Freizeit mit einem Kunden eine Probefahrt zu absolvieren, wenn die Reparatur bereits Monate zurückliegt. Deshalb: Einen ganz herzlichen Dank an den Werkstattleiter des Boots-Service-Centers Fette, Herrn Gesemann und an den Chefmechaniker, Herrn Coordes. Und wenn es sich ergibt: Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass wir unseren Kaffee- und Kuchentermin auf dem „Hafenlieger“ nachholen. Wann immer es Ihre Zeit erlaubt!

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