Atomkraftwerke fressen Propeller

Neu mal zwei

Grundsätzlich bin ich sehr glücklich, wenn Atomkraftwerke Wasser in ihre Kühlsysteme leiten. Denn so läuft da nichts heiß und im Normalfall explodiert dann auch nichts. So funktioniert auch das AKW Grohnde seit Jahrzehnten, was nahe meines Heimathafens und somit direkt im Revier liegt.

Die Sea Ray hatte ihre kurze Fahrbereitphase und so lud ich die beste Ehefrau von allen Anfang August 2020 zu einer ersten, etwas weiteren Ausfahrt ein. Geplant war ein Törn nach Bodenwerder und zurück. Start bei Weserkilometer 132,0, Ziel bei Weserkilometer 111,0. Hin und retour ergo 42 km. Geplant waren zwei, zweieinhalb Stunden gemütliche Fahrt. Das Wetter war schön und der Wasserstand in der Weser zumindest ausreichend, wie mir ein Vereinskamerad zuvor bestätigt hatte. Da das uralt Echolot der Sea Ray alles Mögliche anzeigt(e), nur nicht die Wassertiefe, hatte ich während der Fahrt keine Möglichkeit, auf veränderte Wasserstände zu reagieren. Aber das war ja auch nicht nötig, ich kannte die Wasserstände bis Bodenwerder und minimal 1,20 m reichen der Sea Ray aus.

Kommen wir nun zu den Nachteilen, wenn Atomkraftwerke Wasser in ihre Kühlsysteme pumpen. In Grohnde ist es so, dass das AKW direkt an der Weser liegt und sein Kühlwasser auch von dort bezieht. Und es scheint eine Menge Kühlwasser zu ziehen. Bei Weserkilometer 124,6 zweigt ein kleiner Arm ab Richtung AKW und bei Weserkilometer 124,5 hatten wir die erste Grundberührung, kurz danach die zweite. Das AKW hatte zuvor wohl fleißig Explosionsverhinderung betrieben und den Wasserstand der Weser dort deutlich reduziert. So viel Wasser wie die Pumpen dort ziehen, kann die Weser offensichtlich nicht direkt nachführen. Sicher wird sich die Preussen Elektra bald bei mir melden und nach meiner Kontonummer fragen, um den Schaden zu ersetzen …

Es entstand kein Totalschaden an den Propellern und wir konnten unseren nicht sehr weit entfernten Heimathafen noch problemlos aus eigener Kraft erreichen. Bei der nachfolgenden Propeller-Inspektion stellte sich heraus, dass ein Propeller stark zerfasert war. Der zweite hatte fast nichts abbekommen. Da ich aber ohnehin vorhatte, auf Vierflügelpropeller umzustellen, zog ich dieses Vorhaben nun etwas vor und verpasste der Sea Ray zwei neue Flügel. Und einen Ersatzpropeller (dreiflügelig) habe ich nun auch. Merke:

Atomkraftwerke sind tatsächlich gefährlich.
Der Hafenlieger

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